Weiter pflegen nach dem Umbau

Nach der erfolgreichen Umgestaltung des Guilleaumegartens im Rahmen eines TV-Pilotprojekts ("Die Wochenendgärtner" - ZDF), geht die Pflege jetzt weiter. Die Nachbarn nehmen sich der Aufgabe gerne an. Alle sind sich einig, dass die Guilleaumestraße durch den neuen Gemeinschaftsgarten aufgewertet wurde und sich alle nun möglichst lange an ihrem neuen Treffpunkt erfreuen wollen.

 

Die nächsten Termine zum gemeinschaftlichen Arbeiten lauten 04.11.14 (Dienstag) und 18.11.14 (Dienstag) - jeweils ab 16.30Uhr.

 

Hier ein Bericht aus dem Bergischen Sonntagsblatt über die Initiative und das anhaltende Nachbarschaftsengagement.

Eva Brenner und Gärtner Guido Driescher bei den Dreharbeiten
Eva Brenner und Gärtner Guido Driescher bei den Dreharbeiten

Unser Garten kommt ins Fernsehen

Das ZDF dreht bei uns in Buchheim die Pilotfolge für eine neue Serie über urbanes Gärtnern in Ballungsgebieten.


Es ist schon verrückt, wie manchmal die guten Zufälle einfach so vom Himmel fallen! Ich saß am 30. April in Bangkok am Flughafen - kurz davor zurück nach Deutschland zu fliegen - als ich eine E-Mail bekam, in der ich gefragt wurde, ob wir Interesse hätten mit unserem Gärtchen ins Fernsehen zu kommen. Unser Guilleaumegarten sollte möglicherweise vom ZDF im Rahmen einer Fernsehsendung neu gestaltet werden.

Da wir in der Nachbarschaft selbstverständlich großes Interesse an diesem Angebot hatten, ging in den folgenden zwei Wochen alles ganz schnell. Die Nachbarn wurden angesprochen, es wurde ein Casting angesetzt und da wir unsere Begeisterung im Casting wohl sehr gut zum Ausdruck bringen konnten, haben wir uns auch gegen konkurrierende Flächen, z.B. aus dem Ruhrgebiet, durchsetzen können. Und jetzt steht es also fest: Am 13. und 14. Mai kommt ein Kamerateam vom ZDF, zusammen mit einem Landschaftsplaner und einigen kräftigen Helfern und zusammen mit  Nachbarn, Anwohnern und Freunden wird unser Guilleaumegarten professionell umgestaltet!


Wir freuen uns riesig über die Gelegenheit unter professioneller Anleitung - aber eben doch auch mit unseren eigenen Händen - unsere Straße wieder ein großes Stück attraktiver gestalten zu können. Wir hoffen inständig, dass die gemeinsame Arbeit am Platz und die (mediale) Aufmerksamkeit dazu beitragen, die Nachbarschaft näher zusammenrücken zu lassen. Und wir hoffen natürlich, dass die Umgestaltung auch nach Drehschluss angenommen, respektiert und weiter gepflegt wird.

Es ist großartig, einen so (finanz-)kräftigen Partner zu haben, der uns hilft, dieses Projekt dahin zu bringen wo wir es am Ende haben wollten. Der Dreh wird diesen Prozess ungemein beschleunigen und große Aufmerksamkeit generieren. Es wird deutlich werden, dass das wir im letzten Jahr angefangen haben auch für andere (überregional) von Bedeutung ist. Sonst würde ja kein Drehteam kommen um eine Umgestaltung (einfach mal so) zu dokumentieren und zu finanzieren.

Helfer sind willkommen!


Wer am 13./14.6. mitmachen möchte, kann sich gerne bei uns melden. Wir vermitteln dann an die zuständige Redakteurin oder geben euch vorab weitere Infos.

Am 14.6. schließt das Projekt mit einem großen Straßenfest ab. Und danch erstrahlt der Guilleaumegarten hoffentlich für lange Zeit in neuem, buntem Glanz...!

 

Antrieb und Hintergründe

Bei der Stadt Köln wird die Fläche an der Guilleaumestraße Ecke Caumannstraße als Baumscheibe geführt. Eigentlich nicht ganz korrekt, da in der Regel nur die Flächen um einen Baumstamm herum als Baumscheibe bezeichnet werden. Meist sind das nur ein bis vier Quadratmeter. Vielmehr sollte hier von einem öffentlichen Hochbeet gesprochen werden: ca. 7 x 35m groß und 30-50cm hoch. Umgeben ist es von einer kleinen Mauer, die am Fuße leider sehr baufällig ist: ringsherum bröckelt der Stein. Die entstandenen Löcher werden mit Vorliebe von Ratten genutzt, als Eingang in den Untergrund.

 

Ein kleiner Blick zurück

 

Historische Fotos belegen die Geschichten der Nachbarn, die zum Großteil schon viele Jahrzehnte an der Guilleaumestraße wohnen: Das Beet wurde lange Zeit von der Stadt bepflanzt und gepflegt.

 

http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/buchheim_alte_h%C3%A4user_in_m%C3%BClheim_denkmal_denkmalpflege_konservator_stadt_historisch_181660

 

http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/buchheim_caumannsstr_denkmalpflege_stadt_historisch_denkmal_konservator_279664

 

Seit rund zwei Jahren erfolgt keine Pflege mehr. Auch hier wurde der städtische Rotstift angesetzt. Lediglich ein Rückschnitt pro Jahr wird durchgeführt. Bis dahin darf alles wuchern. Die fehlende Schönheit der Fläche hat Rücksichtslosigkeit und mangelnde Akzeptanz der Anwohner zur Folge. Müll wird in die hohen Brennnesselbüsche geworfen – man sieht ihn ja nicht. Hunde verrichten genüsslich ihre Geschäfte, buddeln auf Rattensuche große Löcher in den Boden. Kindern wie Erwachsenen bleibt die Grünfläche verwehrt, sie ist unzugänglich und unansehnlich.

 

Bänke für Bäume

 

Die Stadt Köln stellte 2011 zwei Bänke und einen Mülleimer an der nördlichen Kopfseite der Fläche auf. Ein guter Anfang, nur leider nutzlos, wenn der ruhende Bankbenutzer auf ein unwirtliches Stück Grün blickt.

Als „Gegenleistung“ für die Bänke fällte die Stadt vier von acht Kugelakazien, die das Beet umrandeten. Die Bäume mussten weichen, weil Lastwagen Probleme hatten, sicher von der Caumann- in die Guilleaumestraße einzubiegen. Auch die große Baustelle an der Caumannstraße spielte hier eine Rolle. Statt aber die Stämme der abgesägten Bäume vollständig zu entsorgen, stehen sie weiterhin im Weg, versperren Parkplätze oder Platz für weitere Bänke… Immerhin vier der alten Bäume durften bleiben und spenden weiterhin ein bisschen Schatten. Ansonsten würde das Beet in der heißen Mittagssonne schnell verbrennen.

 

2013: Der GuilleaumeGarten

 

Der jämmerliche Zustand des Beetes hat uns im April 2013 veranlasst, selbst aktiv zu werden und die Fläche wieder an den Glanz vergangener Tage heranzuführen. Was wir erreichen wollen ist aber nicht nur eine bloße Blumenwiese. Damit ist schon viel getan im Vergleich zum ungepflegten Zustand. Das Hauptziel ist jedoch, eine starke Nachbarschaftsbeziehung entstehen zu lassen – eine Gemeinschaft. Die Großstadt als Hort des anonymen Zusammenlebens mag so manchem gefallen. Der tiefe menschliche Wunsch nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Austausch widerspricht dem aber. Also wollen wir einen Anlaufpunkt bieten. Sowohl einen nachhaltig physischen, an dem Menschen gerne zusammen Zeit verbringen, als auch einen, der die Anwohner allein durch den Prozess seiner Entstehung bereits zusammenführt. Arbeiten am GuilleaumeGarten werden stets von vielen Nachbarn beobachtet; die meisten fragen nach dem tieferen Sinn oder der Idee; einige wollen sich spontan beteiligen. So lernt man sich kennen, grüßt sich auch am nächsten Tag noch auf der Straße. Man hat ein gemeinsames Projekt, das Identifikation stiftet, verbindet und Spaß macht.

Neben dem bisher schon großzügig bepflanzten Nordteil des Beetes (Stand Ende Juni 2013) soll eine Liegewiese entstehen oder zumindest eine Fläche mit Sitzmöglichkeiten. Schön wäre es, die Mauer zu restaurieren und anzustreichen - ob die Stadt da mitspielt? Am Rand entlang sollten bunte Bodendecker den einen oder anderen Hund davon abhalten, ins Beet zu springen. Warum nicht ein Straßenfest organisieren, in dessen Mittelpunkt der Garten steht? Der Anbau von Gemüse und Kräutern wäre natürlich ebenfalls sehr wünschenswert. Nutzpflanzen anzubauen scheidet jedoch leider auf Grund des Rattenbefalls und des ausgelegten Giftes aus. Wir suchen ständig fleißige Helfer und großzügige Spender, die unsere Initiative unterstützen möchten.

 

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Der GuilleaumeGarten

Das Hochbeet an der Guilleaumestraße wurde in der Vergangenheit von der Stadt gehegt, gepflegt und Jahr für Jahr neu bepflanzt. Leider ist dafür kein Geld mehr vorgesehen. Da sich einige Anwohner jedoch nicht damit abfinden wollen, dass diese großzügige Fläche zum reinen Hundeklo verkommt, wird jetzt selber Hand angelegt.

Wir wollen eine Blumenwiese, verschiedenste Pflanzen und Kräuter. Außerdem soll ein Teil der Fläche als Liegewiese erhalten bleiben.

Urbanes Grün in Köln